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Persönlich: Ursula Dietze - 400 Jahre Friedrichstadt
Ein Interview in 12 Fragen

Persönlich: Ursula Dietze

Wenn sie durch Friedrichstadt geht, kann man sie leicht übersehen. Denn die Frau ist klein und zierlich. Niemand, welcher darauf Wert legt, gesehen zu werden. Viel wichtiger ist ihr, dass sie gehört wird. In der Stadt ist sie trotzdem bekannt. Nicht nur für ihre Kunst, sondern auch für Ihre erfolgreichen Bemühungen, z. B.  die Adventszeit und den „Lebendigen Adventskalender“, den sie Jahr für Jahr mit organisiert, mit den gebotenen Inhalten zu füllen. Das passt zu ihr: Position beziehen und mit Ausdauer, Beharrlichkeit, Konsequenz, Leidenschaft und Fantasie für eine gute Sache zu kämpfen. Auch gerne mit den Mitteln der Kunst.

Die Geschichtenerzählerin

Ursula Dietze erzählt Geschichten. Mit Worten, so war sie es gewohnt in ihrer beruflichen Tätigkeit als Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Und mit den unterschiedlichsten Materialien; jetzt, da sie die Zeit hat, sich ganz ihrer Leidenschaft der Skulpturenerschaffung zu widmen. Wo andere nur ein beliebiges Stück rostendes Eisen sehen, entstehen vor ihrem geistigen Auge und später unter ihren Händen Objekte der unterschiedlichsten Art, die eine faszinierende Ausstrahlung entwickeln.

 

Persönlich Ursula Dietze

Unsere 12 Fragen an Ursula Dietze

Ihr Name und Ihr Genre?

Ursula Dietze, Skulpturen und Objekte

 

Woher kommen Sie?

Aus einem Dorf in Hessen, direkt gelegen an der Landesgrenze zu Thüringen, der ehemaligen Zonengrenze. Ich habe in Kiel Medizin studiert und vor meinem Umzug nach Friedrichstadt (nach einigen weiteren Zwischenstationen) lange in den bayerischen Bergen gelebt.

 

Und wo leben Sie jetzt?

Im eigenen Haus mit großem Garten, inmitten meiner Skulpturen und Objekte

in Friedrichstadt, Schleswiger Str. 10.
Telefon: 0 48 81 / 93 79 80
E-Mail: dr.u.dietze@husum.net
https://www.ursula-dietze-skulpturen.de/

 

Gibt es etwas Bestimmtes, das Sie an Ihrer neuen Heimat lieben?

Allgemein: Die Nähe zum Meer. Das Meer fordert (im Gegensatz zu den Bergen) nicht dazu auf, bestimmte Herausforderungen anzunehmen, es lässt einen sein. Die Weite nimmt den Menschen so auf, wie er ist.

Speziell: Die Überschaubarkeit, die kurzen, zu Fuß zu bewältigenden Wege; der Bahnhof; das für eine so kleine Stadt doch reiche Kulturangebot, v.a. jenes der Synagoge, das auch spontanes Teilnehmen ermöglicht.

 

Mit welchem Material bzw. welcher Technik arbeiten Sie?

Meine Technik nennt sich Mixed-Media-Technik. Wie der Begriff schon sagt, werden Materialien kombiniert; ich arbeite mit Keramik und rostendem Fundeisen, zuweilen ergänzt durch neuwertiges Eisen.

 

Wo kann man Ihre Werke zu sehen bekommen?

Nach Voranmeldung zeige ich gern bei mir zuhause, was dann gerade an Werken vorhanden ist. Regelmäßig beteilige ich mich an Ausstellungen bzw. führe diese auch alleine durch. Die nächste mit dem Thema “Panoptikon“ findet vom 13.06.-07.08.2021 im Kultur- und Bürgerhaus Marne statt, gemeinsam mit der Oelixdorfer Malerin Regina Schween.

Einige Stücke sind auch im öffentlichen Raum zugänglich: je eins im Rathaus Neumünster, in der ehemaligen Synagoge Friedrichstadt, in der St.Katharinen-Kirche Leplow/Mecklenburg-Vorpommern, in der Gedenkstätte Lager Sandbostel und outdoor am Friedrichstädter Seniorenzentrum “Großer Garten”

Kleine Werkschau

Was ist das Besondere / der essenzielle Kern Ihrer Kunst?

Meine Kunst ist narrativ, also erzählend. Wenn ich ein Kunstwerk schaffe, habe ich ein konkretes Anliegen und möchte mit meinem Werk Anstöße liefern, sich damit auseinanderzusetzen.

Um eine gute Wirkung zu erzielen, sollte die Aussage nicht auf den ersten Blick sichtbar sein. Gerade, wenn es um unliebsame oder schmerzhafte Erkenntnisse geht, ist es hilfreich, bestimmte Details nur anzudeuten bzw. eine mehr oder weniger ungewohnte Sichtweise anzubieten. Der Betrachter kann sich dann in seinem eigenen Tempo, und soweit er mag, darauf einlassen.

In meiner Kunst geht es allerdings nicht immer um ernste Themen; ich schaffe auch Heiteres und Humorvolles.

 

Was wollten Sie früher mal werden? Ist es anders gekommen, und wenn ja, warum? Sehen Sie diesen Weg als prägend für Ihre Kunst an?

Vielleicht hätte ich immer Künstlerin werden wollen, wenn ich gewusst hätte, dass es diesen Beruf gibt. Ich habe mich, solange ich denken kann, kreativ betätigt, um etwas damit auszudrücken.

Ebenso hatte ich von Anfang an ein stark ausgeprägtes soziales Interesse. So bin ich Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie geworden. In den Therapien habe ich oft mit Worten Bilder erstehen lassen, um damit meinen jungen Patienten Lösungsansätze anzubieten. Im Grunde führe ich dies jetzt in meiner Kunst – statt mit Worten eben mit anderem Material und meinen Händen- konsequent weiter.

 

Gelingt es Ihnen leicht, sich von Ihren Werken zu trennen? Was beeinflusst diesen Prozess?

Am Anfang habe ich nur für mich gearbeitet. Ausgedrückt, was mich bewegt. Da stellte sich diese Frage gar nicht.

Dann wurde mir klar, dass eine Botschaft nur rüberkommen kann, wenn sie gesehen wird, und ich tatsächlich eine Botschaft habe, die ich teilen möchte. Dafür muss ich mich von meinen Werken trennen, und dies gelingt mir inzwischen recht gut. V.a. auch, weil ich ausnahmslos erfahren darf, dass meine mir wirklich wichtigen Stücke stets in die “richtigen Hände” gelangen.

 

Haben Sie ein Vorbild? Oder jemanden, den Sie verehren?

Nein, ein Vorbild habe ich nicht. Es würde nicht helfen, weil alles aus mir herauskommen muss.

Ja, ich verehre sehr viele Künstler, da fällt es mir schwer, einzelne auszuwählen. Spontan fällt mir ein relativ unbekannter Künstler und Theologe ein: Thomas Lehnerer. Es lohnt sich, sich mit ihm zu beschäftigen. Und sei es, weil man sich für die von ihm gegründete „Weltgesellschaft für Glück“ interessiert.

 

Mögen Sie eine Eigenschaft nennen, die Ihr bester Freund bestimmt als für Sie typisch auswählen würde?

Man sagt mir eine gewisse Willensstärke nach. Was ich nicht möchte, mache ich auch nicht.

 

Haben Sie ein Lebensmotto/Credo, das Sie uns mit auf den Weg geben möchten?

Oh ja, da brauche ich nicht überlegen: Mein Credo lautet: „Ich will es gesagt haben.“

 

 

 

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