400 Jahre Friedrichstadt

Kultur in Friedrichstadt und Umgebung

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Man muss nicht nur wegen der guten Luft nach Friedrichstadt kommen. Die Stadt versteht sich zwar auch als ein Luftkurort, doch man muss hier nicht nur von Luft allein leben. Jenen, die es nach mehr dürstet als nach bloßem Essen und Trinken, bietet die Kultur in Friedrichstadt ebenfalls ein reiches Menü an Köstlichkeiten.

Tatsächlich nimmt die Kultur in Friedrichstadt überraschend viel Raum ein für so einen kleinen Ort. Hier macht sich bemerkbar, dass die Stadt von Leuten aufgebaut wurde, welche nicht nur das Wissen über Seehandel, Schifffahrt, Dammbau und Landentwässerung mitbrachten, sondern auch einiges an finanziellem und kulturellem Kapital. So klein der Ort auch sein mag, er war doch immer als Stadt gedacht, und so wurde auch gelebt. Dieses Selbstverständnis finden wir auch heute noch an vielen Stellen.

Kultur in Friedrichstadt ist aber nicht nur eine Sache der Tradition. Auch die besonders reine Luft, die gerade Maler wegen der dadurch bedingten größtmöglichen Natürlichkeit der Farbgebung schätzen, die beschauliche Umgebung und natürlich die wunderbare Kulisse der historischen Altstadt haben immer wieder dazu geführt, dass sich Künstler und kulturell Interessierte in der Stadt niedergelassen haben. Nicht zuletzt waren es wohl auch die relativ niedrigen Immobilienpreise der Vergangenheit, welche der Kultur in Friedrichstadt zuträglich waren, weil diese den Zuzug von Kulturschaffenden gefördert haben.

Profitieren Sie davon und besuchen Sie die Stadt eben nicht nur wegen der Luft, sondern auch wegen der hohen Dichte an kulturellen Angeboten.

 

Wo finden Sie Kultur in Friedrichstadt?

Wo finden Sie Kultur in Friedrichstadt? Nun, indem Sie mit offenen Augen und Ohren durch die Stadt gehen.
Oder unserem Blog zum Thema folgen. Denn hier stellen wir in regelmäßig unregelmäßiger Folge vor, was es für kulturelle Perlen in Friedrichstadt zu entdecken gibt. Viel Freude!

Thomas Freund

Thomas Freund

Den Plein-Air-Maler Thomas Freund kennt in Friedrichstadt fast jedes Kind. Seine Galerie am Stadtfeld, seine Schüler und Schülerinnen, die im Sommer das Stadtbild mitprägen und nicht zuletzt seine Werke, die an unterschiedlichsten Orten ihr neues Zuhause gefunden haben, haben ihn zu einer kleinen Institution werden lassen.

Ursula Dietze

Ursula Dietze

Ursula Dietze verarbeitet in ihrer Kunst Geschichte und Gegenwart in einer klugen, nachdenklichen und auch witzigen Bildersprache.
Sie erzählt mit ihren Objekten Geschichten, die noch lange nicht zu Ende erzählt sind. Sehr spannend.

Isgard Meeder

Isgard Meeder

Vom allumfassenden Arbeiten mit Schablonen, die sie nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Thema, als Gegenstand, als Stoff, d.h. als Motiv und Motivation nutzt, bis zur detailliertesten Darstellung des Augenausdrucks von Tieren: Isgard Meeders Bilderwelt spannt einen weiten Bogen. Ihre Kunst ist originell und vielschichtig. Oft ergibt sich die Fülle des Eindrucks aus der Reduzierung oder sogar mehreren, ineinander verschachtelten Reduzierungen und der damit einhergehenden Abstrahierung. Faszinierend.

Doreen Stümpel

Doreen Stümpel

Die Malerin und Keramikerin Doreen Stümpel ist in Friedrichstadt allseits bekannt und beliebt. Manch einer wünschte sich, ihre Arbeit wäre weniger zeitaufwendig und anstrengend, denn die Nachfrage übersteigt durchaus öfter mal das Angebot. Aber es hilft ja nichts: Um echte Qualität zu schaffen, müssen viele Bedingungen erfüllt sein. Und darunter macht sie es nicht. Gut so!

Regina Schween

Regina Schween

Seit ihrem Studium malt Regina Schween Portraits und Figuren in Öl auf Leinwand. Sie sieht sich als realistische Malerin, die aber immer versucht, nicht nur das Äußere eines Menschen zu erfassen, sondern auch sein Inneres; wenn man so will, seine “Seele”. So beinhaltet der Realismus in ihren Bildern die konkrete Darstellung eines Kopfes, aber gleichzeitig auch eine Verbildlichung des subjektiv wahrgenommenen Innenlebens des Portraitierten. So gehört sicher eine Portion Mut dazu, der Künstlerin Modell zu sitzen. Dafür bekommt man aber auch weit mehr als ein Abbild, nämlich etwas absolut Einzigartiges mit kraftvoller Aussage.

Markus Jung

Markus Jung

Leben und Arbeiten unter einem Dach – diesen Wunschtraum hegen viele kreative Köpfe, denn es liegt ja auf der Hand, dass Ideen kommen, wann sie wollen; zu jeder Zeit und an jedem Ort nach ihrer Umsetzung verlangen. Wenn dann die Wege so kurz wie nur möglich sind, ist das von großem Vorteil. So wurde 2014, nach Beratung mit der gesamten Familie, das Mehrgenerationenhaus mit integrierter Werkstatt und Verkaufssalon bezogen, das seine Lockrufe so laut und deutlich hatte erschallen lassen, dass sie bis ins Rheinland zu vernehmen waren. Zum Glück für die Familie Jung-Ziaja – und zum Glück für alle Friedrichstädter, die sich seitdem ganz nah an der Quelle vieler attraktiver Angebote befinden, die diese sympathische, aktive Familie auf die Beine stellt.

Aaron Gratz

Aaron Gratz

Aaron Gratz schafft es ohne Farbe und Pinsel, allein mit der Kraft von Licht und Schatten, spektakuläre Bilder von unspektakulären Momentaufnahmen zu malen. Seine Fotografien ziehen die Betrachter durch ihre ungewöhnliche Authentizität in den Bann.

Maria Ziaja

Maria Ziaja

Maria Ziaja trifft den richtigen Ton. Sowohl bei Ihrer Arbeit als Keramikerin, als auch als Sängerin des Duos two-ways, in dem sie zusammen mit ihrem Mann Markus Jung auch in Friedrichstadt immer wieder in Erscheinung tritt.

Nanna Mury

Nanna Mury

Wenn nicht ein bestimmter Stein nach seiner Bearbeitung “ruft”, steht am Anfang eine bestimmte Idee, und die Form bildet sich vor ihrem inneren Auge deutlicher und deutlicher ab.
Dann folgt die Auswahl des geeigneten Steines aus ihrem großen Steinvorrat.
Mit der Flex-Diamantscheibe gibt sie zunächst die Grundfigur vor und mit Fäustel und Spitzeisen nähert sie sich Schlag auf Schlag dem angestrebten Umriss.
Harte körperliche Arbeit ist das, unter den zusätzlichen Erschwernissen durch die wegen der Staubentwicklung nötigen Schutzausrüstung. Aber Nanna Mury ist mit großer Freude und Leidenschaft am Werk, und das Ergebnis entschädigt für alle Anstrengungen.

Christine Ax

Christine Ax

Christine Ax setzt sich dafür ein, dass alle Menschen nur die Tätigkeiten ausüben sollten, die sie „um ihrer selbst willen“ – also um der Tätigkeit selbst willen, und um des eigenen Selbst willen wirklich tun wollen. Es geht ihr um intrinsische Motivation und die heilende Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Ihr aktuelles Zwischenfazit nach 67 Jahren Selbstversuch:  Tanzen, Natur, Schreiben, Malen, Kinder, Kochen und Essen, Freundschaften, Lesen,  Musik, Gartenarbeit, Politik und mit Ton arbeiten – so wie jede Art von Handwerk und andere Pfade des wirklich Werdens – sind als stabile Pfade des Glücks sehr zu empfehlen.

Tischlereimuseum Jacob Hansen

Tischlereimuseum Jacob Hansen

Geschichte zum Anfassen bietet die im Jahre 1876 gegründete Tischlereiwerkstatt, die bis heute, also seit nun fast 150 Jahren, erhalten geblieben ist. Drei Generationen verdienten an diesem Ort ihren Lebensunterhalt; der Jüngste, Jacob Hansen, fast 30 Jahre ganz allein und ohne moderne Maschinen. So finden wir heute eine originale Werkstatt vor, die von der Ausstattung und Arbeitsorganisation her gesehen das Tischlerhandwerk aus dem Beginn des vorigen Jahrhunderts repräsentiert. Dank dem Einsatz der Museumsleiterin Renate Kieselbach wird dieses seltene Kleinod auch noch länger seine spannenden Einsichten vermitteln können. Wie schön!

Stadtmuseum Alte Münze

Stadtmuseum Alte Münze

Schon fünf Jahre nach der Stadtgründung wurde dieses prachtvolle Gebäude für den Niederländer Adolph van Wael in bester Lage errichtet. Großzügig ausgestattet, mit direktem Wasserzugang, sollten doch Waren aus aller Welt gelagert und umgeschlagen werden. Und die eigens zu prägenden Münzen für Friedrichstadt sollten hier ihren Ausgang nehmen. Daraus wurde nie etwas, aber man fand andere Verwendungsmöglichkeiten für das schmucke Renaissancegebäude.

Ehemalige Synagoge

Ehemalige Synagoge

Die Synagoge am Binnenhafen ist wirklich ein ganz besonderer Ort in Friedrichstadt.
Im Laufe ihrer Geschichte hatte sie den unterschiedlichsten Funktionen zu dienen, und dies spürt man, wenn man das Gebäude betritt. Es ist, als ob ihre Mauern das Heilige und Schändliche, das dem Leben Dienende und Zerstörende gleichermaßen aufgesaugt hätten, und dieses auf den dafür offenen Besucher ausstrahlen.
Sich darauf einzulassen, ist vielleicht nicht der genussreichste Moment eines unbeschwerten Tages, aber es lohnt sich dennoch sehr.